Die “Grunderwerbsteuer neu” in der Praxis

Mittlerweile eine bekannte Angelegenheit: mit der Grundstückswertverordnung für die „Grunderwerbsteuer neu“ wurde eine neue Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Grunderwerbssteuer bei unentgeltlichen Übertragungen im Falle Schenkung und Erbe geschaffen.

Die Umstellung ist für viele noch kompliziert und bedeutet auch wesentlich mehr Bürokratie. Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengefasst:

Weg vom dreifachen Einheitswert

Ab  1.1.2016 dient der Grundstückswert als Bemessungsgrundlage, welcher deutlich näher am Verkehrswert liegt.

Direkte Konsequenz: Bei unentgeltlichen Übertragungen führt die neue Bemessungsgrundlage oftmals zu einer höheren Grunderwerbsteuerbelastung.

Grundstückswert eruieren, aber wie?

Es gibt 3 Varianten den Grundstückswert zu eruieren, und das macht es kompliziert für alle Eigenheimbesitzer, denn es kommt zu sehr unterschiedliche Ergebnissen nach denen sich die Berechnung der Grunderwerbsteuer richtet.

Option 1: die neue Pauschalwertmethode 

In diesem Fall wird der Grundstückswert mittels Hochrechnungsfaktor (Gemeinden) und Baukostenfaktoren (Bundesländer) ermittelt.

Achtung: Begünstigungen im Sinne der Verminderung des Grundstückwertes sind dann individuell, im Anhängigkeit von der Art des Gebäudes und von der Fertigstellung bzw Sanierung  zu berücksichtigen.

Option 2: der Immobilienpreisspiegel

Alternativ kann der Grundstückswert von einem geeigneten Immobilienpreisspiegel abgeleitet werden.

Achtung: Hierbei ist ein Abschlag von 28,75% vorzunehmen.

Option 3: der Verkehrswert – gemeiner Wert

Mittels eines Sachverständigengutachtens ist  ein Nachweis über den gemeinen Wert zu erbringen.

Achtung: Dieser gemeine Wert entspricht dem Verkehrswert. Es sind alle tatsächlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Umstände, die den Preis beeinflussen, zu berücksichtigen. Außergewöhnliche oder persönliche Verhältnisse haben jedoch außer Betracht zu bleiben.

Die Ermittlungsmethode kann für jede wirtschaftliche Einheit frei gewählt werden.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der BMF Website.

Unser Praxistest. x = ? 

Als Beispiel präsentieren wir die Situation von unserem geschätzten Kunden, Herr M.L. Er besitzt ein Haus in sehr guten Lage im Bezirk Korneuburg Stockerau und wir haben ihm die 3 Optionen durchgerechnet.

Option 1: die neue Pauschalwertmethode. x =  350.000,-

Option 2: Immobilienpreisspiegel 2015. x = 395.000,-

Option 3: das Sachverständigengutachten. x = 445.000,-

Welche Option ist für Ihr Objekt geeignet? Wir unterstützen gerne und freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.